Die wollen, dass wir ihre Milch trinken. Insbesondere den Frauen unter uns sollte das klar sein.
Wer will denn schon mit schmerzenden, entzündeten Brüste herumlaufen?

Das ist immer so ärgerlich, wenn man schwanger wird und sein Kind abgeben muss (es wird ja sowieso kein Wunschkind, wenn einem einfach irgendwelche Spermien eingespritzt werden). Da produziert man dann extra die Milch und niemand trinkt sie.
Sehr frustrierend.

Manchmal kann man die Tiere wirklich beneiden. Sie stehen da, bekommen freundlicherweise die Abpumpapparatur angesetzt und können sich bequem von der Last befreien lassen. Da ist es ärgerlich, wenn man zu der Spezies „Mensch“ gehört.

Für die scheint es so einen Luxus nicht zu geben. Zumindest ist er nicht so verbreitet. Die Kuh muss ja nicht mal ihre Unterkunft und das Essen zahlen. Es ist einfach nicht fair, dass Kühe beliebter sind als Menschen.

Letztendlich sollten wir umsteigen auf Menschenmilch. Das würde auf jeden Fall vielen Frauen helfen.
Schade, dass Menschenmilch nur im Säuglingsalter sinnvoll ist. Einige meinen ja sogar, den potentiellen Menschenmilchkundenstamm direkt verlassen zu müssen, indem sie laktoseintolerant werden.

Wenn die Eisdielen und Molkereien den Menschenmilchkonsum unterstützen würden, könnten arme Frauen ihre Familie versorgen, indem sie ihre Milch verkaufen. Und das Abfallprodukt nach der jeweils neunmonatigen Schwangerschaft ließe sich bestimmt auch für viel Geld als Billigfleisch in Supermärkten ausstellen.

Das muss man sich mal ausrechnen. Wie viel kostet denn 1 kg Tierfleisch in der Billigtheke?
Ein Baby wiegt bei der Geburt doch so zwischen 3 und 5 kg. Wenn man jetzt einmal die paar Nebenkosten abzieht, dann würde man also das Drei- bis Fünffache des Tierfleischkilogrammpreises bekommen. Damit wären sicher einige Familien vor dem Ruin bewahrt. Aber das wäre eine andere Geschichte.

Zurück zur Milch. Das ist doch wie mit dem Blutabnehmen oder dem Plasmaspenden, nur tut nicht so doll weh.
Also in jedem Punkt eine viel bessere Alternative. Und man braucht keine dreijährige Ausbildung – jede könnte diesen Nebenjob direkt ausüben. Zumindest die Verzweiflung der arbeitslosen Frauen wäre damit beseitigt. Sie hätten keine Geldsorgen mehr und täten obendrein noch etwas für die Allgemeinheit.

Morgens um neun Uhr gehen sie dann in den Stall – „Stall“ klingt irgendwie so grausam, nennen wir es lieber „Büro“ – und stellen sich in ihre Kabine, lassen sich die Saugmaschinen anschnallen und genießen dann die Erleichterung der Brust.

Und dann gibt es sogar noch Geld dafür! Wie viel Milch gibt denn ein Mensch pro Tag? Na ja, es wird sicherlich reichen. Biokuhmilch ist ja immerhin auch total teuer. Und Menschenmilch müsste dann doch bestimmt auch teurer sein als Kuhmilch, oder? Das würde bestimmt auch vom Staat subventioniert werden.

Die Hygienestandards wären doch sicherlich auch besser. Die Frauen müssten ja nicht 24 Stunden am Tag arbeiten wie die Kühe, sondern könnten einfach zwischendurch 6 Stunden Zeit für ihre eigene Körperpflege haben.

Milch von gepflegten Damen, die bei der Arbeit gut gelaunt sind, kommt doch bestimmt viel besser an als Milch von heruntergekommenen Kühen. Und sie ist doch auch bestimmt viel natürlicher. Also arteigene Milch.
Man könnte den Menschen die Arbeit viel angenehmer machen, weil man besser weiß, was sie glücklich macht, als man es bei Kühen wissen kann.

Man könnte ihnen sogar einen Stuhl zur Verfügung stellen, sodass sie während der 18-Stunden-Schicht sitzen können. Oder man spielt währenddessen Musik. Das macht doch bestimmt mehr Spaß als 10 Stunden an irgendeinem Fließband zu stehen und monotone Bewegungsabläufe auszuführen.

Okay, das wäre unfair für die Kühe, wenn wir ihnen das nehmen, wofür sie leben, aber wir als Menschen sollten es doch eigentlich besser haben als diese Kühe. Die kommen bestimmt auch draußen in der Freiheit ganz gut klar.
Deshalb steht doch den Menschen unter uns viel eher dieser angenehme Bürojob zu!